Das Lizenzmanagement für Siemens Desigo CC und Wind River VxWorks unterscheidet sich grundlegend, da es sich um zwei völlig verschiedene Systemwelten handelt: Desigo CC ist eine Software-Plattform für das Gebäudemanagement (Scada/BMS), während VxWorks ein Echtzeitbetriebssystem (RTOS) für eingebettete Systeme (Embedded Systems) ist. [1, 2]

Hier ist die detaillierte Beschreibung der Lizenzleistungen für beide Systeme:






1. Siemens Desigo CC Lizenzmanagement


Das Lizenzmanagement von Desigo CC basiert auf der Software LMU (License Management Utility) und steuert die Freischaltung von Funktionen, Datenpunkten und Clients. Siemens nutzt ein modulares, primär abonnementbasiertes oder funktionsbasiertes Modell. [1, 2, 3]




Kernleistungen und Lizenztypen:


  • Basissystemlizenzen (Core Licenses): Schalten die Grundfunktionalität der Managementstation frei (z. B. Desigo CC Standard, Desigo CC Compact für kleinere Anlagen oder Desigo CC Connect als reines Gateway). Meist ist darin bereits ein Arbeitsplatz (Client) enthalten. [1, 2]

  • Datenpunkt- und Verbindungslizenzen: Die Skalierung erfolgt über die Anzahl der angebundenen physischen Datenpunkte oder Subsysteme (z. B. Lizenzen für zusätzliche Simatic S7 Steuerungen, BACnet-, OPC- oder Modbus-Integrationen). [1, 2]

  • Client-Lizenzen: Steuern den gleichzeitigen Zugriff auf das System. Es wird zwischen installierten Standard-Clients, Windows Desktop Apps und Web-basierten HTML5-Clients (Flex Clients) unterschieden. [1]

  • Engineering-Lizenzen (CCA-ENG): Spezielle, meist auf 12 Monate befristete Lizenzen für Techniker und Lösungspartner zur Inbetriebnahme und Konfiguration. Sie erfordern in der Regel einen physischen Dongle (z. B. CMD.04) und erlauben zeitlich begrenzten Testbetrieb. [1]

  • Subscription & Software Maintenance (SUS): Berechtigt zum Bezug von Updates, Fehlerbehebungen (Bugfixes) und neuen Hauptversionen. Siemens hat das Modell stark in Richtung wiederkehrender Abonnements (Subscriptions) optimiert. [1]



Technische Bereitstellung:


  • Trusted Store vs. Hardware-Dongle: Lizenzen können rein softwarebasiert an die Hardware-ID des Servers gebunden (Trusted Store) oder auf einem physischen USB-Dongle hinterlegt werden, um sie portabel zu machen. [1, 2]

  • Online/Offline-Aktivierung: Die Aktivierung erfolgt über die LMU direkt online mit einer Aktivierungs-ID oder über ein Offline-Zertifikatsverfahren für geschützte Anlagennetzwerke ohne Internetzugang. [1]






2. Wind River VxWorks Lizenzmanagement


Bei VxWorks (einem Produkt von Wind River / Intel) wird strikt zwischen der Entwicklung (Development) und der Auslieferung/Nutzung (Deployment) unterschieden. [1, 2]




Kernleistungen und Lizenztypen:


  • Entwicklungslizenzen (SDK / Workbench Licenses):
  • Werden für Entwickler benötigt, die Code für das VxWorks-Betriebssystem schreiben, kompilieren und debuggen (oft gekoppelt an die Wind River Workbench).
  • Verfügbare Modelle: Entweder Node-Locked (an einen spezifischen Entwickler-PC gebunden) oder Floating / Concurrent (Netzwerklizenzen, die auf einem zentralen Server liegen und von einem Pool von Entwicklern geteilt werden). [1, 2, 3]
  • Laufzeitlizenzen (Target / Deployment / Runtime Licenses):
  • Wenn ein Produkt (z. B. eine Industriesteuerung, Medizintechnik oder ein Luftfahrtsystem) serienmäßig mit VxWorks verkauft wird, muss für jedes einzelne ausgelieferte Gerät eine Laufzeitlizenz erworben werden.
  • Diese Lizenzen sind in den Anschaffungskosten der Zielhardware (z. B. CompactRIO-Controller) oft bereits einkalkuliert oder werden als Volumenlizenzen direkt mit Wind River verhandelt. [1, 2]
  • Zertifizierungslizenzen (Safety Platforms): Für sicherheitskritische Branchen (Luftfahrt DO-178C, Automobil ISO 26262, Industrie IEC 61508) gibt es spezielle VxWorks Cert Versionen, deren Lizenzierung die Bereitstellung der notwendigen Dokumente und Artefakte für die Auditierung umfasst. [1, 2]



Technische Bereitstellung:


  • Die Verwaltung von Entwicklerlizenzen erfolgt meist über standardisierte Netzwerklizenzserver (wie FlexNet Publisher / FLEXlm) oder den Wind River Electronic License Manager (ELM). [1]






Direkter Vergleich der Lizenzierungsmodelle



KriteriumSiemens Desigo CCWind River VxWorksPrimärer FokusSystembetrieb, Datenpunkte, Funktionsumfang im GebäudeSoftwareentwicklung (SDK) & Geräte-Laufzeit (Runtime)MetrikAnzahl Clients, Datenpunkte, ProtokolleAnzahl Entwickler (Plätze) oder Stückzahl EndgeräteLizenz-ToolSiemens LMU (License Management Utility)Wind River ELM / FlexNetHardware-BindungServer-Hardware-ID oder Siemens USB-DongleNode-locked PC, Netzwerk-Server oder Embedded Targ