Die Gebäude Automation in Life Science Facilities der Pharmaindustrie, Biotechnologie oder Medizin-technik verbindet alle technischen Anlagen eines Gebäudes zu einem einheitlichen, intelligenten System

und zeichnet sich durch eine strikte Trennung von Funktionsbereichen aus, um Kontaminationen zu vermeiden und regulatorische Anforderungen (z.B. GMP, GLP) zu erfüllen.


Die typischen Räume und Flächen lassen sich wie folgt unterteilen:


1. Laborbereiche (Kernzonen)

  • Forschungslabore (S1 bis S4): Biologische Sicherheitslabore, die je nach Gefährdungsbeurteilung der dort verwendeten Organismen (Viren, Bakterien) in Schutzstufen unterteilt sind.
  • Analytiklabore: Räume für Qualitätskontrolle und Probenanalysen, oft ausgestattet mit empfindlichen Großgeräten (z.B. HPLC, GC-MS, NMR).
  • Wägerräume: Hochpräzise Messräume, die speziell gegen Erschütterungen und Luftzüge geschützt sind.


2. Produktions-Bereiche

  • Reinräume (GMP Klassen A bis D / ISO 5 bis 8): Bereiche mit kontrollierter Partikel- und Keimkonzen-tration für die sterile Abfüllung oder Zellkulturverarbeitung.
  • Upstream- & Downstream-Bereiche: Räume für die Bioreaktoren (Zellzüchtung) und die anschließende Aufreinigung (Filtration, Chronatographie) von Wirkstoffen.
  • Formulierung und Abfüllung: Zonen, in denen das Endprodukt gemischt und in Vials, Spritzen oder Ampullen abgefüllt wird.


3. Unterstützende Logistik- und Lagerflächen

  • Kalt- und Kryolager: Lagerräume für temperaturempfindliche Proben, Zellbanken oder Endprodukte (z.B. Kühlschränke bei 4 °C, Tiefkühler bei -80 °C oder Flüssigstickstoff-Tanks bei -196 °C).
  • Medien- und Puffervorbereitung: Räume zur Herstellung von Nährlösungen und chemischen Puffern für die Produktion.
  • Wasch- und Sterilisationsräume: Zentrale Bereiche zur Reinigung von Glasgeräten und zur Sterilisation von Abfällen mittels Autoklaven.
  • Gefahrstoff- und Gaselager: Spezielle Sicherheitslager für brennbare Flüssigkeiten, Säuren, Laugen und Druckgasflaschen.


4. Technische Infrastrukturflächen

  • Lüftungszentralen (HVAC): Großflächige Anlagen zur Sicherstellung der enormen Luftwechselraten, Druckkaskaden und Filterstufen (HEPA) in Reinräumen.
  • Medienzentralen: Räume für die Erzeugung von gereinigtem Wasser (PW/WFI), Reindampf, ölfreier Druckluft und Stickstoff.
  • Abwasserneutralisation: Anlagen zur Vorbehandlung und Inaktivierung von biologisch oder chemisch belasteten Laborabwässern.


5. Administrative und soziale Flächen

  • Personalschleusen (Black/White Change): Streng zonierte Umkleideräume für den Wechsel von Straßenkleidung zu Laborkleidung oder Reinraum-Overalls.
  • Dokumentationszonen: Schreibarbeitsplätze direkt außerhalb oder in der Nähe der Labore, da das Schreiben direkt am Laborarbeitsplatz oft regulatorisch eingeschränkt ist.
  • Büro- und Kommunikationsflächen: Klassische Arbeitsplätze für Verwaltung, IT, Datenanalyse sowie Pausenräume für die Belegschaft.