Unsere Dienstleistungen für die Programmierung der Siemens Desigo Produktlinien erfolgen mit dem Fokus auf der Einhaltung der strengen regulatorischen Vorgaben, absoluter Software-Zuverlässigkeit, lückenlose Rückverfolgbarkeit und klarer Alarmierung.
Übersicht über unsere Dienstleistungen:
Softwarearchitektur und Datenanbindung
- Objektorientierte Strukturierung: Für alle physikalischen Anlagen (RLT-Anlagen, Reinstgassysteme, Kälteanlagen) werden objektorientierte Templates (Vorlagen) programmiert. Ein "Reinraum-Lüfter-Objekt" enthält alle Steuerbits, Fehlermeldungen, Betriebsstunden und Messwerte.
- Schnittstellen-Programmierung: Die Kommunikation zu den Automationsstationen (DDC/SPS) erfolgt über native, hochperformante Treiber oder standardisierte Protokolle:
- BACnet/IP: Für die klassische technische Gebäudeausrüstung (TGA) unter strikter Einhaltung von BIBBs (BACnet Interoperability Building Blocks).
- OPC UA: Für die kritische Kommunikation und LifeScience-Anlagen wegen der integrierten Verschlüsselung (Security-by-Design) und der semantischen Datenmodellierung direkt ab Feldgeräten.
Aufgaben der Programmierung (Umsetzungsphase)
- Regelungs- und Steuerungslogik (DDC): Programmierung der Automationsstationen (SPS/DDC). Dies umfasst komplexe HLK-Regelungen, präzise Raumdruckregelungen (z. B. Venturi-Ventil-Steuerungen) und Schleusensteuerungen für den Personen- und Materialfluss.
- Strikte Einhaltung von Programmierstandards: Anlagen Programmierung nach der Function Design Specifikation bzw. GA-Funktionslisten. GA-Funktionen sind gekennzeichnet durch ihre Struktur, ihre Eingangs-/ Ausgangsgrößen, interne Parameter, Zustandsgrößen und Schnittstellen.
- Anwendungsfunktionen
- Ein-/Ausgabefunktionen
- Bedienfunktionen
- Monitoringfunktionen
- GA-Managementfunktionen
- Service- und Diagnosefunktionen
- Alarm-Management und Audit Trail:
- Alarmierung: Programmierung von intelligenten Alarmszenarien (A-, B-, C-Alarme) mit direkter Weiterleitung an Bereitschaftsdienste. Fehlalarme müssen minimiert werden, um die Reaktionsbereitschaft nicht zu gefährden.
- Audit Trail: Implementierung einer lückenlosen und manipulationssicheren Aufzeichnung aller Benutzereingriffe (Wer hat wann welchen Sollwert geändert?).
- Schnittstellenintegration (M2M): Anbindung spezialisierter Subsysteme über Protokolle wie BACnet, Modbus oder OPC UA. Beispiele hierfür sind Laborgasüberwachungen, Reinstwasseranlagen (PW/WFI), Notstromaggregate oder Kälteanlagen für Rechenzentren.
- Übergeordnete Managementebene (Gebäudeleittechnik / SCADA): Erstellung intuitiver und ergonomischer Bedienoberflächen (HMI), die den Zustand kritischer Infrastrukturen auf einen Blick visualisieren, inklusive historischer Datenerfassung für das Qualitätsmanagement.
Grafik- und HMI-Design (Human Machine Interface)
Das Design folgt der Situational Awareness (Situationsbewusstsein nach ISA-101). Ziel ist es, dass der Operator Anomalien innerhalb von Sekunden visuell erfasst.
- Farbkonzept (Graustufen-Philosophie): Anlagenbilder werden bewusst in dezenten Grautönen gehalten. Knallige Farben sind exklusiv für Abweichungen reserviert:
- Grau/Weiß: Normaler Betriebszustand, Rohre, Kanäle.
- Rot: Kritischer Alarm (z. B. Druckabfall im Reinraum, Ausfall USV).
- Gelb/Orange: Warnung / Toleranzgrenze erreicht.
- Dynamisierung: Programmierung von Zustandsänderungen über Skripte (JavaScript, C-Skript oder .NET) oder direkte Datenpunktverknüpfungen:
- Farbwechsel bei Ventilen (offen/geschlossen/gestört).
- Fließrichtungs-Animationen bei Medienflüssen (Reinstwasser, Gase).
- Sichtbarkeitsschaltungen (z. B. Einblenden von Wartungsschaltern nur bei entsprechendem Benutzer-Level).
Kritische Programmier-Funktionen im Detail
A. Alarm-Management und Eskalationsmatrizen
Alarme werden nach ISA-18.2 programmiert. In der kritischen Infrastruktur führt ein Alarm-Ablenkungseffekt (Alarm Flooding) zu Katastrophen.
- Alarm-Unterdrückung: Wenn eine Haupt-Kältemaschine ausfällt, werden die Folgealarme der nachgelagerten Pumpen automatisch unterdrückt, um die Alarmübersicht sauber zu halten.
- Priorisierung: Unterscheidung zwischen Komfort-Alarm (z. B. Filter verschmutzt in Büro) und Kritischem Prozessalarm (z. B. Raumdruckumkehr im Labor der biologischen Schutzstufe S3).
B. Benutzerverwaltung und elektronische Signatur
- Anbindung an das firmeninterne Active Directory (LDAP) via Single Sign-On (SSO).
- Dual-Control / 4-Augen-Prinzip: Für kritische Parameteränderungen (z. B. Ändern des Feuchte-Sollwerts in einer Sterilproduktion) wird programmiertechnisch eine elektronische Signatur erzwungen. Ein zweiter berechtigter Benutzer muss die Änderung direkt am HMI gegenzeichnen.
C. Redundanz- und Failover-Skripte
- Server-Redundanz: Die Visualisierung läuft auf Hot-Standby-Serverpaaren. Fällt der Main-Server aus, schalten Client-Skripte die Anlagenbilder ohne Datenverlust und ohne Unterbrechung der Operator-Ansicht in Millisekunden auf den Backup-Server um.
- Historian-Datenbanken: Messwerte (Raumklima, Partikelzähler) werden parallel in SQL- oder NoSQL-Datenbanken repliziert, um lückenlose FDA-Konformität zu garantieren.





