Projektservices in der Gebäudeautomation (GA) umfassen das gesamte Spektrum an Dienstleistungen die notwendig sind, um ein Automatisierungsprojekt in einem Gebäude von der ersten Idee bis zur betriebsbereiten Übergabe und anschließenden Optimierung erfolgreich umzusetzen.


Die typischen Projektservices orientieren sich am Lebenszyklus eines Bauprojekts und lassen sich in folgende Phasen unterteilen:

1. Beratung und Konzeptionsphase (Pre-Engineering)

In der Anfangsphase unterstützen Dienstleister den Bauherrn oder Planer dabei, die Anforderungen an das Gebäude zu definieren.

  • Lastenhefterstellung: Definition, was die Automation steuern und regeln soll.
  • System- und Netzwerkarchitektur: Auswahl der passenden Kommunikationsprotokolle wie BACnet, KNX oder Modbus.
  • Energieeffizienz-Beratung: Auslegung des Systems nach Energieeffizienzklassen (z. B. gem. DIN EN ISO 52120-1).


2. Planungsphase und Engineering

Hier wird das theoretische Konzept in konkrete technische Pläne übersetzt.

  • Erstellung von GA-Funktionslisten: Festlegung aller Datenpunkte (Sensoren und Aktoren) und deren mathematischer Verknüpfungen nach Normen wie der VDI 3814.
  • Schaltschrankplanung: Konstruktion der Hardware-Zentralen (Automationsstationen).
  • Software-Engineering / Projektierung: Vorkonfiguration der Steuerungssoftware, Definition der Adressstrukturen (Nomenklatur) und Erstellung von Programm-Templates.


3. Realisierungs- und Ausführungsphase

In dieser Phase erwacht das System auf der Baustelle zum Leben.

  • Projektmanagement: Koordination zwischen den ausführenden Gewerken (z. B. Elektriker, Heizungsbauer).
  • Schaltschrankbau & Montageüberwachung: Installation der physischen Automatisierungskomponenten vor Ort.
  • Programmierung & Parametrierung: Aufspielen der Logik auf die Controller und Einrichtung der Gebäudeleittechnik (GLT) bzw. des Management-Systems zur Visualisierung.


4. Inbetriebnahme und Übergabe (Commissioning)

Die wichtigste Phase, um Fehlfunktionen zu vermeiden und die Sicherheit zu garantieren.

  • Loop-Check / Feldgerätetest: Überprüfung, ob jeder Sensor (z. B. Temperaturfühler) und jeder Aktor (z. B. Heizventil) physisch korrekt verdrahtet ist und funktioniert.
  • Funktions- und Wirkhaustests: Prüfung komplexer Szenarien (z. B. Fährt die Lüftung im Brandfall automatisch in den Rauchabzugmodus?).
  • Dokumentation & Einweisung: Übergabe der Revisionspläne und Schulung des Facility-Management-Teams.


5. Nachbetreuung und Technisches Monitoring (Post-Commissioning)

Nach dem Einzug wird kontrolliert, ob das Gebäude im realen Betrieb hält, was es verspricht.

  • Technisches Monitoring: Kontinuierliche Datenanalyse zur Erkennung von Regelungsfehlern ("Insellösungen", die gegeneinander arbeiten).
  • Energetische Betriebsoptimierung: Feinjustierung der Parameter basierend auf den ersten echten Nutzerdaten.