Siemens Desigo PXC ist eine modulare und skalierbare Automationsstationen-Reihe für die Verwaltung von Primäranlagen in der Gebäudeautomation (HVAC). Sie bildet die Management- und Automations-ebene und sorgt für einen energieeffizienten, sicheren Betrieb der TGA.
Strukturierte Beschreibung der Kernfunktionen:
1. Systemarchitektur & Hardware
- Modulärer Aufbau:
Die Controller (z. B. PXC4, PXC5, PXC7) lassen sich flexibel durch I/O-Module (TXM1) an die Anzahl der Datenpunkte der Primäranlage anpassen.
- Kommunikationsprotokolle: Native Unterstützung von BACnet/IP und BACnet/MS/TP zur nahtlosen Integration in übergeordnete Gebäudeleittechnik (GLT) wie Desigo CC.
- Integration von Subsystemen: Direktes
Einbinden von Feldgeräten über integrierte Schnittstellen wie Modbus RTU/TCP, KNX PL-Link und M-Bus.
- IT-Sicherheit (Cybersecurity): Standardmäßige Verschlüsselung nach
BACnet Secure Connect (BACnet/SC) zum Schutz vor unbefugtem Zugriff.
2. Kernfunktionen der Primäranlagen-Automation
Die Desigo PXC Controller verarbeiten Messwerte aus der Feldebene und steuern die Aktoren der Primäranlagen über standardisierte und frei programmierbare Funktionen:
- Regelungs- und Steuerungsfunktionen:
- Kaskaden- und Sequenzregelungen für Heiz- und Kühlkreise.
- Präzise PID-Regler zur Konstanthaltung von Temperatur, Feuchte und Druck.
- Geführte Regelungen (z. B. witterungsgeführte Vorlauftemperaturregelung).
- Energieeffizienzfunktionen (nach EN ISO 52120 / ehemals EN 15232):
- Optimiertes Ein- und Ausschalten (Optimum Start/ Stop): Berechnet dynamisch den besten Zeitpunkt, um Anlagen hochzufahren, damit der Komfort exakt zu Nutzungsbeginn erreicht wird.
- Nachtabsenkung und ECO-Modi: Automatische Reduzierung der Anlagenleistung außerhalb der Nutzungszeiten.
- Freie Kühlung (Free Cooling): Nutzung von kalter Außenluft zur Kühlung des Gebäudes ohne Einsatz von Kältemaschinen.
- Lastmanagement:
Vermeidung von teuren Peak-Lasten durch intelligentes Zu- und Abschalten von Erzeugern.
3. Sicherheits- und Überwachungsfunktionen
- Alarmierung und Ereignismanagement:
- Generierung von BACnet-Alarmen bei Grenzwertüberschreitungen (z. B. Frostschutzalarm bei Lüftungsanlagen, Strömungsausfall bei Pumpen).
- Priorisierung von Alarmen (Kritisch, Wartung, Information) zur gezielten Weiterleitung an die GLT oder via SMS/E-Mail.
- Zeitschaltprogramme (Schedules):
- Lokale Speicherung von Wochen-, Feiertags- und Ausnahmekalendern direkt auf dem Controller, um autarken Betrieb bei Netzwerkausfall zu garantieren.
- Trenddatenaufzeichnung (Trending):
- Kontinuierliche Erfassung von historischen Daten (Temperaturen, Verbräuche) im internen Speicher zur späteren Energieanalyse und Fehlerdiagnose.
4. Engineering & Bedienung
- Programmierung: Projektiert mit der Software
ABT Site
(Automated Building Tool). Es können vorgefertigte, felderprobte Applikationsbibliotheken genutzt oder komplexe Logiken frei programmiert werden.
- Lokale Bedienung (HMI): Integrierter Webserver erlaubt den Zugriff auf Anlagengrafiken und Einstellungen via Standard-Webbrowser oder Smartphone.





