Die
Lösungen von
Siemens für erfolgreiche
Immobilien und
kritische Umgebungen tragen dazu bei, dass Laboratorien, Reinräume, Biocontainment, Vivarien, kritische Lagerräume oder Campussstrukturen für Kunden stets
sicher,
effizient,
komfortabel und
flexibel
sind.
Zukunftsfähige und regulierungskonforme Life Science Gebäude erfordern eine nahtlose Integration von spezialisierter technischer Gebäudeausrüstung (TGA), präziser Automatisierung und validierungsfähigen Softwarestrukturen. Da Forschung, Lagerung und Produktion hochsensible Prozesse beinhalten, müssen technologische Systemlösungen die strengen gesetzlichen Anforderungen (wie GMP, FDA 21 CFR Part 11, GAMP 5) erfüllen und gleichzeitig maximale Flexibilität und Energieeffizienz bieten.
Die zentralen technologischen Systemlösungen gliedern sich in folgende Kernbereiche:
1. Integrierte Gebäudeautomation & Validierungsfähige Monitoring-Systeme
Das technologische Rückgrat bildet die Trennung bzw. strukturierte Kopplung von Standard-Gebäudeleittechnik (GLT) und qualifizierungsrelevantem Monitoring.
- Environmental Monitoring Systems (EMS): Separate, validierungsfähige Systeme zur lückenlosen Aufzeichnung von GMP-kritischen Parametern (Temperatur, Luftfeuchte, Differenzdruck, Partikelkonzentration). Diese Systeme sichern die Datenintegrität gemäß FDA 21 CFR Part 11 (Audit Trail, elektronische Signaturen).
- Building Management Systems (BMS):
Steuerung der nicht-GMP-kritischen Infrastruktur zur Optimierung des Energieverbrauchs (z. B. über adaptive HLK-Regelungen im Tag-/Nachtbetrieb).
2. Reinraumtechnik & Dynamische HLK-Systeme (Heizung, Lüftung, Klima)
In der Life Science Branche sind Luftwechselraten und Druckkaskaden entscheidend, um Kreuzkonta-minationen zu verhindern.
- Variable Air Volume (VAV) & Adaptive Lüftungssteuerung: Intelligente Volumenstromregler passen die Luftwechselraten in Laboren und Produktionsräumen dynamisch an die tatsächliche Nutzung und Schadstoffbelastung an (z. B. gesteuert über Präsenzmelder oder Laborabzug-Sensoren), ohne die Druckkaskaden zu gefährden.
- Hocheffiziente Filtersysteme (HEPA/ULPA):
Integration von Filter-Fan-Units (FFUs) mit automa-tischer Standzeitüberwachung und Differenzdruckmessung zur Einhaltung der Reinraumklassen (ISO 14644 / GMP-Leitfaden).
3. Redundante Versorgungstechnik & Kritische Medien (Utilities)
Forschung und Produktion hängen von der unterbrechungsfreien Verfügbarkeit hochreiner Medien ab.
- Reinstwassersysteme (PW/WFI): Systemlösungen zur Erzeugung, Lagerung und Verteilung von Purified Water und Water for Injection mittels kontinuierlicher Ozonisierung, UV-Entkeimung und thermischer Sanitisierung, überwacht durch hochpräzise TOC- (Total Organic Carbon) und Leitfähigkeitsmessprozesse.
- Spezialgase & Vakuumtechnik:
Zentrale, sensorüberwachte Gasversorgungsanlagen mit automa-tischer Umschaltung und Leckage-Frühwarnsystemen.
4. Intelligente Lager- und Logistiklösungen (Cold Chain Management)
Für die Lagerung von pharmazeutischen Rohstoffen, Proben oder Fertigprodukten gelten strikte GDP-Richtlinien (Good Distribution Practice).
- Redundante Kälte- und Tiefkühlsysteme: Technologische Absicherung kritischer Temperatur-bereiche (z. B. -20 °C, -80 °C oder Flüssigstickstoff-Lagerung) durch autarke Kühlkreisläufe, Notstromaufschaltung (ZSV) und automatisierte Alarmierungsketten.
- Automatisierte Lagerhaltung (High-Bay & Robotics): Integration von validierten Lagerverwaltungs-systemen (WMS), die via Schnittstelle mit dem ERP-System gekoppelt sind, um First-Expiring-First-Out (FEFO)-Prinzipien und lückenlose Chargenrückverfolgung zu garantieren.
5. Digitale Transformation & Dekarbonisierung
Zukunftsfähigkeit bedeutet heute vor allem Flexibilität bei Nutzungsänderungen sowie Nachhaltigkeit.
- BIM (Building Information Modeling) & Digitale Zwillinge: Nutzung von 3D-Gebäudemodellen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Digitale Zwillinge erleichtern das Umbaudesign (Retrofitting) bei sich ändernden Forschungs- oder Produktionslinien erheblich und beschleunigen die Re-Validierung.
- Energetische Abwärmenutzung: Life Science Gebäude emittieren durch die hohen Luftwechselraten und Kühlprozesse enorme Mengen an Energie. Moderne Kreislaufverbundsysteme (KVS) zur Wärmerückgewinnung und die Einbindung von industriellen Wärmepumpen sichern die Einhaltung aktueller Nachhaltigkeitsstandards und Dekarbonisierungsziele.





