Siemens "Building 4.0" ist eine Strategie, die Prinzipien der Industrie 4.0 auf die Gebäudeautomation anwendet. Siemens setzt das Konzept für intelligente Gebäuden vor allem über die offene, KI-gestützte Plattform Building X, einer offener, cloudbasierte Smart-Building-Suite, die als zentrale Plattform für das moderne Gebäudemanagement dient.


Kernmerkmale von Siemens Building 4.0

  • Digitaler Zwilling: Nahtlose Verknüpfung von Gebäude- und Produktdaten (BIM und AAS-Integration) für Planung, Bau und Betrieb.
  • Autonome Gebäude: Selbstoptimierende Systeme mit minimalem menschlichen Eingriff, die den Komfort erhöhen und den Energieverbrauch um bis zu 30 % senken können.
  • Offene Plattform (SaaS): Vendoragnostische, Cloud-basierte Architektur mit standardisierten APIs zur Vermeidung von Datensilos.
  • Nachhaltigkeit & KI: KI-gestützte Prognosen für Energiebedarf, Echtzeit-CO₂-Tracking und automatisierte Workflows für das Facility Management.


Der Weg vom klassischen zum autonomen Gebäude erfolgt bei Siemens in schrittweisen Entwicklungs-phasen, bei denen KI-gestützte Plattformen wie Siemens Building X die manuelle Überwachung durch selbstlernende Systeme ersetzen. Die fünf Stufen und Phasen der Gebäude-Autonomie:


1. Manuelle und statische Überwachung:

  • Der Betrieb basiert auf starren Zeitplänen und manuellen Eingriffen durch den technischen Dienst.


2. Das intelligente Gebäude (Smart Building):

  • Vernetzte Sensorik und Gebäudeautomation erfassen Daten zu Energie, Heizung und Licht.
  • Das System liefert Dashboards und verarbeitet Daten zentral, erfordert aber noch menschliche Entscheidungen zur Optimierung.


3. Empfehlende KI (Analytics & Insights):

  • Künstliche Intelligenz analysiert historische und Echtzeitdaten.
  • Das Gebäude gibt konkrete Handlungsempfehlungen für das Facility Management, um Energie und Kosten zu senken.


4. Semiautonomes Handeln (Automation von Prozessen):

  • Das System agiert proaktiv, erkennt Fehler frühzeitig und passt die thermische Steuerung oder Energieverteilung selbstständig an.
  • Menschen geben nur noch die übergeordnete Absicht vor, während die Ausführung digital erfolgt.


5. Das vollständig autonome Gebäude:

  • Ein rund um die Uhr selbstlernendes System, das sich permanent selbst optimiert.
  • Es leitet bei Problemen (wie Materialverschleiss) eigenständig Maßnahmen ein – etwa die automa-tisierte Ersatzteilbestellung – und alarmiert den Betrieb nur in absoluten Ausnahmefällen.