Die Planung und Optimierung der Gebäude Automation (GA) in Life-Science-Immobilien unterliegt aufgrund strenger regulatorischer Vorgaben (wie GMP, FDA, GAMP 5) und extrem sensibler Prozesse

der VDI3814, muss jedoch spezifisch um Life-Science-Anforderungen erweitert werden.


Strukturierte Beschreibung der Dienstleistungen:

Phase 1: Strukturierter Planungsprozess (Phasen nach VDI 3814)

  • Zonierung und Risikoanalyse: Definition von kritischen Prozessbereichen (z. B. Reinräume ISO-Klassen, BSL-Laboratorien).
  • Lastenheft / Functional Design Specifications (FDS): Festlegung von Sollwerten und Toleranzen für Temperatur, Feuchte und insbesondere Druckkaskaden (Unterdruck zum Kontaminationsschutz vs. Überdruck zum Produktschutz).
  • Qualifizierungsstrategie: Festlegung, welche GA-Komponenten "GMP-kritisch" (Einfluss auf die Produktqualität) und welche "Non-GMP-kritisch" (reine Komfort-GA) sind.


Entwurfs- und Detailplanung (Ausrüstung & Topologie)

  • Systemarchitektur: Aufbau einer hochverfügbaren, redundanten Netzwerkstruktur. Kritische Steuerungen (z. B. Laborabzugsregelungen) agieren autark auf der Automationsebene, um beim Ausfall übergeordneter Systeme handlungsfähig zu bleiben.
  • Sensorik und Aktorik: Auswahl hochpräziser, kalibrierbarer Sensorik (z. B. für Raumdruckmessungen im Millibar-Bereich).
  • GAMP 5 und Software-Design: Strukturierung der Software nach den Richtlinien der Good Automated Manufacturing Practice, um die geforderte Validierbarkeit zu gewährleisten.


Datenbasiertes Monitoring (FDD - Fault Detection and Diagnostics)

  • Automatisches Alarmmanagement: Priorisierung von Alarmen. Ein kritischer Druckabfall im BSL-3-Labor erfordert sofortige automatisierte Notfallszenarien; ein Filterwechsel in der Komfort-Zone hingegen ein Wartungsticket.
  • Audit Trail Optimierung: In Life Science Immobilien müssen alle manuellen Eingriffe in die GA (z. B. Sollwertänderungen) manipulationssicher geloggt werden (21 CFR Part 11). Die Optimierung sorgt für schlanke, auswertbare Protokolle.


Phase 2: Projektphasen der Implementierung

Detailplanung und Engineering

Die Umsetzung beginnt mit der software- und hardwareseitigen Detailplanung auf Basis der zuvor definierten Lasten- und Pflichtenhefte.

  • Erstellung von Funktionslisten: Festlegung aller physikalischen und kommunikativen Datenpunkte (Ein- und Ausgänge).
  • Netzwerkarchitektur: Definition der Kommunikationsprotokolle (z. B. BACnet für die Automationsebene, KNX für die Feldebene und Modbus für die Zählerintegration).
  • Schaltplan- und Schrankdesign: Planung der Automationsstationen (DDC-Komponenten) und der zugehörigen Schaltschränke.


Hardware-Installation und Feldgerätemontage in Partnerschaft

In dieser Phase erfolgt die physische Umsetzung vor Ort im Objekt.

  • Verkabelung: Einziehen der Busleitungen und Stromversorgungen parallel zu den bestehenden Gewerken.
  • Montage der Feldgeräte: Platzierung von Sensoren (Temperatur, CO2 Präsenz) und Aktoren (Stellantriebe, Dimmer) an den messtechnisch optimalen Positionen.
  • Errichtung der Schaltschränke: Einbau und Verdrahtung der Controller und E/A-Module in den Zentralen.


Software-Konfiguration und Programmierung

  • Logikprogrammierung: Erstellung der Regelstrategien (z. B. raumweise Temperaturregelung, tageszeitabhängige Beschattung, Konstantlichtregelung).
  • Software-Entwicklung: Programmierung der Automationsstationen und der Management-Ebene nach den Richtlinien von GAMP 5 (Good Automated Manufacturing Practice). Anlagen Programmierung von Produkten aus dem Portfolio von SIEMENS Building Technologies nach der Function Design Specifikation bzw. GA-Funktionslisten. GA-Funktionen sind gekennzeichnet durch ihre Struktur, ihre Eingangs-/ Ausgangsgrößen, interne Parameter, Zustandsgrößen und Schnittstellen.

  • -       Ein-/Ausgabefunktionen
  • -       Anwendungsfunktionen
  • -       Bedienfunktionen
  • -       Monitoringfunktionen
  • -       GA-Managementfunktionen
  • -       Service- und Diagnosefunktionen 

  • Einbindung der Gebäudeleittechnik (GLT): Design der grafischen Benutzeroberfläche (Visualisierung) für das Betriebspersonal zur Überwachung und Alarmierung bei Störungen.


Übergabe, Schulung und Dokumentation

  • Dokumentation: Übergabe der "As-Built"-Dokumentation, einschließlich Revisionsplänen, Datenpunktlisten, Programmsicherungen und Bedienungsanleitungen.
  • Nutzer- und Betreiberschulung: Intensives Training des technischen Personals zur Bedienung der GLT, Fehlerdiagnose und Anpassung von Sollwerten, um Fehlbedienungen im späteren Live-Betrieb auszuschließen.